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Publikation

Arbeitsschutz in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Rund zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR wird sie noch immer und immer wieder idealisiert. Tatsachen schwinden im Gedächtnis. Deshalb werden hier Fakten und Entwicklungen, auch Hintergründe zum Arbeitsschutz so dargestellt, damit Verklärung vermieden werden kann. Es werden Legenden aufgezeigt, und zwar solche, die bereits zu Zeiten der DDR durch SED und Staat gebildet wurden, und solche Legenden, die sich nach der Wende als nostalgische Verklärung des Arbeitsschutzes der DDR zeigen. Dargestellt wird die Zerschlagung des dualen Systems im Osten Deutschlands, zugleich aber die Etablierung einer neuen Zersplitterung der Organisation des Arbeitsschutzes. Der Arbeitsschutz wird in der DDR politisiert und instrumentalisiert. Sehr früh wird eine geschlossene Kodifizierung des Arbeitsschutzes im Rahmen der Arbeitsgesetzgebung erreicht, aber auch die Etablierung einer Zweigliedrigkeit zwischen traditionellem Arbeitsschutz und dem Betriebsgesundheitswesen. Wissenschaftliche Grundlagen - durch Erwin Gniza geschaffen - gelten nachhaltig. Die Schutzgüte wird als Qualitätsmerkmal etabliert, im Laufe der Jahre erweitert. Es kommt zu ganzheitlichen Konzepten für Arbeitsmittel, Arbeitsstätten und Arbeitsverfahren. Ständig sinkende Unfallzahlen in der DDR sind insbesondere auf sehr umfassende Qualifizierungsanstrengungen im Arbeitsschutz zurückzuführen.

Autor:Lutz Wienhold
Bibliographie:In: Pieper, Ralf; Lang, Karl-Heinz (Hrsg): Sicherheitswissenschaftliches Kolloquium 2011-2012. Band 8. Wuppertal 2013. (Schriftenreihe des Instituts ASER, Forschungsbericht Nr. 28); S. 110-157, ISBN 978-3-936841-25-1


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